Nachruf zum Ableben des Prof. Karl Svec

Zum Nachruf ein Interview von Prof Karl Svec, welches zur 22jährigen Leitung gemacht wurde:

 

Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?

Wenn man sich nach einer fundierten Ausbildung entscheidet, etwas Interessantes anzupacken, führt dies zu Erfolg. Nach siebenjähriger Beschäftigung als Musiker entschied ich mich dazu, meine Erfahrungen in der Lehre weiterzugeben. Meine Freude galt immer der Musik.

 

Sehen Sie sich als erfolgreich?

Nicht ohne Stolz kann ich sagen, daß ich seit 22 Jahren mein eigenes Konservatorium zu leiten verstehe, mich an den Höhen erfreute und alle Tiefen mit Erfolg überstand.

 

Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?

Es sind unterschiedliche Anforderungen nötig, um Musik selbst auszuüben oder sie zu lehren. Es geht in der Lehre darum, musische Anlagen zu erkennen und zu fördern, und all dies ohne Drill. Wir schaffen und fördern Kunst und sind ja kein Militärübungsplatz. Natürlich braucht man in meinem Beruf Durchhaltevermögen und Ausdauer. Die Qualität meines Musikhauses wurde von mir immer hoch gehalten. Die Arbeit an der Qualität ist schließlich das Rezept für Erfolg. Tiefs entstehen mitunter aus emsigen Vergleichen mit anderen, dennoch halte ich eine hohe Latte an Anforderungen für ein Muß. Bei uns kann jedes Instrument erlernt werden, und wir bieten auch Schauspiel an. Wir sind daran interessiert, daß unsere Absolventen beruflich (auch im Ausland) gut unterkommen. Das Handwerk des Dirigenten erfordert jahrelange Übung. Man muß für dieses komplexe Berufsbild zunächst das Klavierspiel beherrschen, umfassende Literatur- und Instrumentenkunde, Musikgeschichte sowie Repetierfähigkeit erwerben. Man muß außerdem mit jedem Musiker und Sänger gut auskommen.

 

Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?

Während meiner Studienzeiten förderten mich meine Professoren, insbesondere Professor Johannes Fehring und Professor Kutscherer.

 

Welche Anerkennung haben Sie erfahren?

Neben den Studenten, die mir die größte Freude bereiten, wenn sie ihre Ausbildung erfolgreich beenden und Arbeit finden, genieße ich auch im öffentlichen Bereich Anerkennung. Die Bewilligung von Förderungen und die Verleihung des Professortitels ehren mich und mein Schaffen, das mir schon lebenslang Freude bereitet. Noch nie wurde ich bei einem Konzert ausgepfiffen, und nach einem Konzert fühle ich mich sehr bereichert.

 

Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?

50 Lehrer und Lehrerinnen betreuen derzeit circa 350 Musikstudenten. Die Musikausbildung beginnt mit der Frühförderung, nach der Blockflötenausbildung kommt das Klavierspiel. Auch die Erwachsenenbildung kommt nicht zu kurz, viele ältere Menschen, so auch solche aus musikverwandten Bereichen, möchten noch einmal das Klavierspiel lernen oder eben ein bestimmtes Instrument erlernen, um sich ein zweites Standbein aufzubauen.

 

Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?

Im privaten Bereich entspanne ich gerne völlig, um mich zu erholen.

 

Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?

Zu einem Musikerberuf gehört viel Ernst, musische Anlagen sind natürlich Voraussetzung. Man muß mit dem Herzen bei der Sache sein, um Vielseitigkeit zu erlangen.

 

Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?

Ich habe viele meiner Vorhaben schon erreicht. Das Glück meiner Studenten und Mitarbeiter liegt mir am Herzen. Auch möchte ich gesund bleiben und alt werden. Mein Wunschalter liegt bei 113 Jahren. R.I.P. von uns allen!

 

 

01 Titelnummer 1.wma (3955904) Dirigent: Prof. Karl Svec mit seinem Wiener Showorchester